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Veranstaltungen

  • Ă–ffentlicher Workshop des BRM und der FEE zur CO2-Konversion am 26.August 2019

     Liebe Freunde der regenerativen Mobilität, liebe Mitglieder, Freunde und Partner des BRM und der...

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  • 22. Internationale Solarkonferenz Mecklenburg-Vorpommern

    Einladung zur 22. Internationale Solarkonferenz Mecklenburg-VorpommernMontag, 19. August 2019, 9.00 – 18.30...

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  • BMWi MarkterschlieĂźungsprogramm fĂĽr Unternehmen in Sri Lanka

    Mit dem Markterschließungsprogramm (MEP) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie...

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BRM/ BBK Weihnachtsbotschaft 2012

Liebe Freunde der regenerativen Mobilität,
2012 war ein Jahr ohne groĂźe Atomkraftwerks- oder Katastrophen auf Ă–lbohrinseln. Politiker, die fossile Energien favorisieren, wittern Morgenluft.
Wohl aus diesem Grund war 2012 das Jahr des Wiedererwachens der Politiker, die fossile Energien favorisieren. Selbst die alten Gegner des EEG’s
wagen sich wieder aus der Deckung. Es sind dieselben, die schon seit Jahren auch gegen Biokraftstoffe wettern, da sie der fossilen Energiewirtschaft
nahestehen. Allen voran versucht in Brüssel der Energiekommissar Günther Oettinger alles, um das deutsche EEG abzuschaffen. Unterstützt wird er dabei von konservativen CDU-Parlamentariern in Allianz mit dem Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, dem Landesvorsitzenden der FDP in Nordrhein-Westfalen Dr. Martin Lindner und dem FDP- Fraktionschef Rainer Brüderle. Nach der Zerschlagung der mittelständischen Biokraftstoffindustrie und –landwirtschaft erfolgte der Angriff auf die nationale Photovoltaikbranche. Die CDU/CSU-FDP-Koalition schuf die Bedingungen, die zum Verkauf dieser in der Welt führenden nationalen Zukunftstechnologie und den Abfluss des über Jahrzehnte geförderten Know-hows ins Ausland.

Da das EEG fĂĽr die Dezentralisierung der regenerativen Stromerzeugung das wichtigste Fundament bildet, gilt es auch fĂĽr alle Freunde der regenerativen
Mobilität, die Grundprinzipien des EEG mit aller Kraft zu verteidigen. Der Vorrang für erneuerbare Energien, Investitionssicherheit, Vergütung von Kosten und angemessenen Erlös, periodische Degression der Vergütung, Lastenverteilung auf alle Konsumenten müssen erhalten, an die neue strategische Aufgabe, Transformation des gesamten Energiesystems,
angepasst und auf die Wärmenutzung und den Verkehr ausgedehnt werden. Als nächste Schritte gehen wir die Speicherung und die bedarfsgerechte Energiebereitstellung an.

Ohne Bioenergie keine Energiewende und ohne regenerativ erzeugte Kraftstoffe kein zukunftsfähiges Verkehrswesen. Letztendlich sind die Dezentralisierung und die bevorzugte Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien sowohl für die Stromerzeugung als auch für die Mobilität die wichtigsten Erfolgsgaranten.

BRM statt BBK
Der BBK hat sich der Energiewende angepasst und sich aktiv und konstruktiv am laufenden Prozess der Erarbeitung einer zukunftsfähigen Mobilitäts- und
Kraftstoffstrategie des Bundes beteiligt. Die letzte Hauptversammlung hat beschlossen, sich umzubenennen und seine Vereinsziele und -zwecke zu erweitern. Mit verstärktem Präsidium und der Zuordnung von Verantwortungsbereichen ist der BRM schlagkräftiger als der BBK und hat an Kompetenz gewonnen. Unser Führungsteam besteht aus folgenden Präsidiumsmitgliedern:

  1. Peter Schrum (Präsident) Strategie, Politik
  2. Dr. Thorsten Gottwald Recht
  3. Marcus Biermann Solare Mobilität, Photovoltaik
  4. Wolfram Kangler Biokraftstoffe, Pflanzenöl
  5. Dr. Gregor Friedrichs Biomethan
  6. Andreas Manthey Elektromobilität, E-Cars, Pedelecs, E-Scooter
  7. Brigitte Meisel Transport, LKW’s


Martin Tauschke bleibt der ehrenamtliche Geschäftsführer und Eberhard Oettel koordiniert weiterhin das BioMethan-Kuratorium (BMK) und wird sich um das Zusammenwirken mit dem Wissenschaftlichen Beirat kümmern.

1. PKW’s
Biomethan

Biogas in Erdgasqualität aufbereitet und Erdgas in Form von CNG ist an ca. 1.000 Tankstellen in Deutschland erhältlich und befindet sich immer noch in der Markteinführung. Biomethan ist der „grüne“ Bruder von Erdgas und wird heute durch die Selbstverpflichtung der Erdgasindustrie mit 10 bzw. 20 % an den Erdgastankstellen verkauft. Erdgas als Kraftstoff (CNG) ist noch bis 2017 weitestgehend steuerbegünstigt. Obwohl CNG fossiler Herkunft ist, war dieses der Preis, den das Umweltministerium noch unter Trittin zahlen musste, um die
Investitionen von 1.000 Tankstellen durch die Gaswirtschaft in Deutschland zu ermöglichen.

Biomethan ist steuerfrei und eine Beimischungsquote gibt es nicht, da die Erdgasindustrie mit ihrer Selbstverpflichtung – Biomethan bis zu 20 % beizumischen - der gesetzlichen Quote zuvorgekommen ist. Die Markteinführung von Biomethan liegt derzeitig weit hinter dem Plan der Bundesregierung zurück. Der Markt im KWK/ EEG-Bereich ist, bedingt durch historisch günstige Erdgaspreise, eingebrochen und an den Tankstellen wird Biomethan oder Greengas nicht in ausreichender Menge nachgefragt. Um den Biomethanmarkt, wie es politisch gewollt ist, verstärkt zu fördern, lautet die Forderung des BRM

„Steuerbegünstigung von Erdgas als Kraftstoff um weitere 10 Jahre, wenn der Biomethananteil im CNG mindestens 50 % beträgt.“ Dieses gilt auch für CNG-Mischungen mit R-Methan (aus Wind/ Solarstrom regenerativ erzeugtes Methan) und Wasserstoff."

E85/ E100 – Bioethanol
Alkoholkraftstoffe (Ethanol) in hoher Konzentration (85 % bzw. 100 %) können in FFV (flexible fuel vehicle) problemlos mit beachtlichem CO2-Einsparpotenzial zur Mobilitätssicherung beitragen. Die in Europa verwendeten Rohstoffe zur Herstellung von Ethanol wie Zuckerrüben bzw. Schadgetreide haben das Potenzial bis zu 10 % vom Gesamtkraftstoffbedarf
in Europa zu ersetzen. Voraussetzung hierfĂĽr ist die Beibehaltung der steuerlichen BegĂĽnstigung und die maximale Besteuerung nach dem CO2-Vermeidungspotenzial.
Eine von der EU (Herr Oettinger) geforderte Abkehr von einer Bioethanol-Förderung ist völlig inakzeptabel , da nachhaltig erzeugtes Ethanol sowohl aus der Sicht des Klimaschutzes als auch aus der Sicht der Ressourcennutzung wertvoll ist.

E-Cars
Elektrisch angetriebene PKW werden in den nächsten Jahren die größten Zuwachsraten erzielen. Vor allem der Nahbereich wird zukünftig elektrisch mobilisiert werden. Alle führenden Hersteller sind bereits kurz vor der Serieneinführung ihrer E-Cars. Gleiches gilt für leichte Transportfahrzeuge. Der BRM wird in diesem Bereich vor allem mittelständische Betreiberflotten mit aufbauen und Ladestrukturen in Verbindung mit der Bereitstellung der regenerativ erzeugten Energie initiieren. Vor über 10 Jahren hatte der BBK
schon die Bildung von Einkaufsgenossenschaften im PV-Bereich erfolgreich begleitet. Die Photovoltaik ist die am meisten dezentral nutzbare Energie unter den erneuerbaren Energien und damit ist auch die E-Mobilität für jedermann nutzbar. Einkaufsplattformen für Ladestationen, Batteriesysteme, E-Scooter und Pedelecs werden bereits in wenigen Monaten folgen. Die Forderung des BRM dazu lautet:


„Steuerbefreiung bis mindestens 2025 für die E-Mobilität bei Verwendung von 100 % Strom aus erneuerbaren Energien (EEEnergien)“.

Synthese- und Enzymatische Kraftstoffe
Synthese- und Enzymatische Kraftstoffe befinden sich immer noch im Stadium der Forschung und Entwicklung. Der BRM wird auch weiterhin vor allem bei Synthesekraftstoffen die Abfallverwertung und bald auch die Vergasung mit anschließender Synthese favorisieren. Hier wird die Politik aufgefordert, größere F+E-Förderungen zu ermöglichen. Mindestens 10 Mio. t vom gesamten Kraftstofferzeugungsaufkommen können langfristig mit synthetischen oder enzymatischen Kraftstoffen ersetzt werden.

2. Schwertransport (LKW’s, Schiffe, Bahn)
2006 betrug die Produktion von Biodiesel/ Pflanzenöl in Deutschland bereits 5 Mio. t/a. Millionen deutscher LKW’s, die zuvor als Grenztanker in europäischen Nachbarländern getankt hatten, kehrten an deutsche Tankstellen zurück, um einheimischen Biodiesel/ Pflanzenöl einzusetzen. Die Mineralölwirtschaft bearbeitete mit internationaler starker Lobby auch
Unions- und SPD-Politiker, bis im Koalitionsbeschluss der damaligen Regierung eine Abkehr von den Reinbiokraftstoffen Biodiesel/ Pflanzenöl festgeschrieben wurde. Die Biomischkraftstoffe wurden eingeführt. Noch heute leiden die Verbraucher unter diesem fatalen Fehler der großen Koalition. Mit den damit beschlossenen Mischkraftstoffen wie B5/ B7/ B10 oder E5/ E10 etc. sind bis heute nur schlechte Nachrichten verbunden. Die gesamte deutsche Produktion von Rapsöl und Biodiesel wurde von der Mineralölwirtschaft durch billigeren Biodiesel aus Argentinien etc. ersetzt. Darüber hinaus wurden die deutschen Reinbiokraftstoffe Biodiesel/ Pflanzenöl stufenweise soweit besteuert, dass ihre Produktion seit 3 Jahren nicht mehr wirtschaftlich ist.

Der Niedergang der deutschen Reinbiokraftstoff-LKW-Versorgung wurde begleitet von einer Tank- oder Teller-Diskussion. Dabei stellt die Pflanzenölverwendung für Biokraftstoffe keinen Wettbewerb zur Nahrungsmittelproduktion dar, sondern sie nutzt nur die ohnehin anfallenden Nebenprodukte der Eiweißfuttermittelherstellung
.
Die Lobby der Mineralölindustrie präsentierte den Bundestagsabgeordneten dann noch die „2. Generation“ der Biokraftstoffe, wohl wissend, dass damit der Einsatz von Biodiesel B100 und Pflanzenöl als 1. Generation und damit als unmodern und ohne Zukunft abgestempelt wurden.

Der BRM vertritt deshalb damals wie heute die klare Position:

„Abschaffung der Mischkraftstoffe mit niedrigen biogenen Anteilen und eindeutige Förderung der Reinbiokraftstoffe Pflanzenöl, B100, Pflanzenölmischungen mit einem > 50 %igen
Pflanzenöl-Anteil mit Nachhaltigkeitsbestätigung gemäß NachhaltigkeitsVO. Die Besteuerung der Bioölkraftstoffe (>50% Pflanzenöl) nach dem CO2-Minderungspotenzial (Default-Werte) ist die einzige richtige Richtung, wenn der Klimaschutz, die effektive Ressourcennutzung und die Mobilitätssicherung die Ziele der Politik darstellen.“

Der gegenwärtige Kurs der EU muss umgehend von der Kanzlerin und dem deutschen Bundesumweltministerium korrigiert werden. Die EU-Kommission schadet mit ihren Aussagen der langjährig erfolgreichen deutschen Umweltpolitik.

Pflanzenöl und Pflanzenölmischungen (>50 % Anteil) werden auch zukünftig für die regenerative Mobilität deutscher LKW’s, Schiffe, und der Bahn wieder an Bedeutung gewinnen, weil die Ressourcen vorhanden sind, da die Weltbevölkerung wächst und damit der sich daraus ableitende Eiweiß-Futtermittelbedarf zur Ernährungssicherung steigen wird.

Pflanzenöl 100 und Biodiesel B100 werden wieder bei fairer Besteuerung nach dem CO2-Minderungspotenzial zu einem wirtschaftlich bedeutenden Kraftstoff für den Schwerlastbereich werden.

BioLNG
Erdgas hat sich als CNG bereits heute bei Leicht-Transportfahrzeugen bewährt. Mit LNG (liquid natural gas) finden im Flüssigerdgasbereich die ersten LKW-Flottenversuche statt. Erdgas wird bei -170° C unter Druck verflüssigt und per Kühlschiff nach Europa transportiert. In deutschen Häfen mit Anschluss an das Erdgasnetz wird es heute schon in gasförmiger Form in das Erdgasnetz eingespeist oder kann per Tank-LKW weiter verteilt werden. Da Biomethan ebenfalls in mittelgroßen Biomethananlagen verflüssigt werden kann, wird der BRM die BioLNG-Markteinführung begleiten. BioLNG muss bei Einführung im LKW-, Bahnbereich und im Schiffsverkehr als Dieselersatz beigemischt werden.

LNG wird wie CNG steuerlich gleich behandelt werden mĂĽssen. Der BRM fordert hier die

„Beimischung in Stufen. Bereits 2017 sollen 20 % BioLNG, 2020 50 % BioLNG beigemischt werden, um die steuerliche Vergünstigung von CNG zu erlangen“.

Biomethan wird dadurch einen großen zusätzlichen Markt erschließen. Gleiches gilt für regenerativ erzeugtes Methan aus Wind- oder Solarstromüberschüssen.

Synthese- und Enzymatische Kraftstoffe aus Abfällen sind auch für den LKWBereich eine zukünftige Option, die verstärkt durch F+E zu fördern sind.

3. Flugzeuge/Kraftstoffe fĂĽr die Luftfahrt
Die Turbinentechnologie der Flugzeuge bedingt, dass noch mehrere Jahrzehnte Flüssigkraftstoffe ausschließlich eingesetzt werden. LNG und BioLNG stellen für Flugzeuge keine kurzfristige Alternative dar, für den Schwerlast-Bereich am Boden auf den Flughäfen hingegen schon. Um Kerosin als Flugkraftstoff regenerativ zu ersetzen, kommen derzeitig
kurzfristig nur Pflanzenöle in 50 %-Mischungen mit Kerosin wirtschaftlich in Betracht. Die Luftfahrtindustrie und die Fluggesellschaften sind aufgrund der Tank- oder Teller-Diskussionen derzeitig nur an Pflanzenölen aus Nicht-Nahrungsmitteln interessiert. Derartige Öle können aus den Pflanzen Jatropha, Rhizinus, Moringa und zahlreichen anderen subtropischern
Ölpflanzen extrahiert werden. Solche Pflanzen können teilweise auch in Gebieten angebaut werden, die aufgrund der Trockenheit für den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen nicht geeignet sind.

Der BRM hat seit mehr als 10 Jahren hervorragende Beziehungen nach Afrika, vor allem Südafrika, Tansania etc. Allein in Tansania befinden sich > 20 Mio.ha Ackerland nicht in Bewirtschaftung. Der BRM ist in der Lage, über seine Mitglieder und den Schwesterverband SABA (Southern African Biofuel Association) im südlichen Afrika – zu dem auch alle Staaten der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) gehören – große Mengen Pflanzenöl extensiv, ökologisch und nachhaltig produzieren zu lassen.

Bei Bedarf werden wir den Airlines anbieten, die nachhaltige Non-Food-Pflanzenöl-Produktion in großen Mengen ökologisch und sozial verträglich und mit tausenden neuen Jobs dort zu organisieren. Vor einer nicht nachhaltig garantierten Produktion von hydrierten Abfallöl-Luftkraftstoffen hat der BRM bereits mehrfach gewarnt. Wenn z.B. Öle aus Abfällen von Entwicklungsländern ohne eindeutige Herkunftsnachweise hydriert werden, führt das zwangsläufig zu politischem Sprengstoff, weil diesen armen Ländern eine Quelle für regenerative Energien entzogen wird. Synthese- und Enzymatische sowie Algen-Kraftstoffe befinden sich derzeitig alle noch im F+E-Stadium und stehen in wirtschaftlichen großen Mengen in
den nächsten 15 Jahren nicht zur Verfügung. Hier fordert der BRM:

„Synthetische Herstellung von Kraftstoffen aus Abfällen sind mit erheblich mehr Fördermitteln wissenschaftlich zu erforschen.“

4. E-Mobilität/ Pedelecs/ E-Scooter
Die E-Mobilität hat bereits erfolgreich im Bereich der Fahrräder Einzug gehalten. Über 1 Mio. E-Fahrräder (Pedelecs) sind auf Deutschlands Straßen unterwegs.
Der BRM hat sich im E-Mobilitätsbereich erheblich verstärkt und baut derzeitig über seine Mitglieder eine Bezugsplattform für Pedelecs und EScooter mit Qualitätssicherungssystem für seine Mitglieder auf. Bereits ab Frühjahr 2013 ist über den BRM der Bezug von qualitätsgerechten Pedelecs und E-Scootern möglich.

Der BRM hat sich nicht nur einen neuen Namen gegeben, sondern wird auch mit einem stärkeren Präsidium für seine Mitglieder noch mehr politischen Einfluss übernehmen und konsequent die Energiewende für seinemittelständischen Mitglieder vorantreiben.


„Die Energiewende sind wir alle“.

Leisten bitte auch Sie Ihren ganz persönlichen Beitrag. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien auch im Namen des Präsidiums des BRM ein besinnliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches gesundes 2013.


Ihr Peter Schrum
Präsident